Facebook
Home |  Kontakt | Suche 

Tunesien - Teil 2

In Djerba (Houmt Souk) habe ich in einer alten Karawanserei mitten im Souk übernachtet und mich ein wenig vom Gegenwind erholt, Wäsche gewaschen und den Touristen mit den gelben, blauen, roten und grünen Armbändchen beim Shoppen zugeschaut. Sie wurden morgens um 10 Uhr aus den umliegenden Resorts mit klimatisierten Bussen rangekarrt und hatten dann zwei Stunden Zeit bevor es ins "Reservat" zurückging. Südlich von Djerba auf dem Weg nach Tunesien wurde es immer heisser (33 Grad) und die Einheimischen folgten Ramadan strikter wie im norden. Übersetzt hiess das: keine Restaurants, nur Thunfisch und Käse.

Einmal bekam ich im Hinterhof Cous-cous mit Poulet und einer Fischsuppe voraus. War echt gut. Die Landschaft wird immer trostloser, keine Olivenhaine mehr, ab und zu ein paar Palmen - das war's. Leider verzögert sich meine Einreise nach Libyen um drei Tage da meine Reiseagentur in Tripolis mich als Schweizer angemeldet hat und das mit einem deutschen Pass, da hatte der Zoll trotz allem Verständnis kein Erbarmen? Das hiess einen weitern Tag in einem Grenzort zu verbringen, der von Benzinschmuggel (Libyen-Tunesien) und Geldwechsel lebt. Ich geniesse die Abende auf den vielen Plätzen bei Tee und Shisha rauchend im Kohlenmonoxid-Nebel und warte und warte, bis es dann soweit ist. An der Grenze treffe ich Dana und Frank aus Dresden. Sie sind mit dem Velo von Dresden nach Nairobi unterwegs. Sie haben in Berlin ein Visum für Libyen bekommen, ohne irgendwelche Auflagen, wie letter of invitation, lokale Reiseagentur usw... Das soll noch einer verstehen! Es lohnt sich also bei der Botschaft intensiv nachzufragen wegen einem Visum, man kann dadurch eine Menge Geld für den local guide sparen. Von Kontrollen habe ich unterwegs auch nichts mitbekommen, trotz viel präsenter Polizei an den Strassen. Bye bye Tunesien welcome in Libya.

Fazit Tunesien: ein sehr interessantes Reiseland mit einer sehr schönen Küste die leider überall total verdreckt ist, nur bei den Hotelanlagen ist es sauber. Die Leute sind echt freundlich und hilfsbereit, nur der Ramadan legt halt sehr vieles lahm resp. verlegt es dann in den Abend und die Nacht. Wenn es ums Schlafen geht, hält man sich entweder weit weg von der Strasse im Zelt auf oder in einem Hotelzimmer, das in einen dunklen Innenhof geht. Das Velofahren geht ganz gut, wenn man einfach immer aufpasst, wer von hinten kommt, und sprungbereit in den Graben rechts hüpfen könnte. Die fehlenden Kanaldeckel und riesigen Schlaglöcher auf der rechten Seite erfordern permanente Aufmerksamkeit, sonst heisst es plötzlich kopfüber.

Trilis, 24.10.06

 

Bilder aus Tunesien

Die Fahrt durch Libyen Teil 1

 

Die Route durch Tunesien:



Titel