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Sudan - Teil 2

Nach vier Tagen Khartoum geht es zum Abschluss bei der Schweizer Botschaft vorbei und dort werde ich freundlichst empfangen. Am Abend geht es zur deutschen Botschaft, wo ein Sommerfest stattfindet, zu dem ich eingeladen wurde. Dort erlebe ich einen deutschsprachigen Abend mit sehr angenehmen Erfrischungen und sehr viel Gesprächsstoff, insbesondere über die Zustände in den Krisengebieten.

Am nächsten Tag geht es in Richtung Äthiopien und es wird hinter Khartoum noch mal echt heiss. Die Temperaturen steigen bis auf knapp 40 Grad, ich muss mittags eine längere Pause machen, um die grösste Hitze zu vermeiden. Leider muss ich auf der Hauptstrasse in Richtung Port Sudan bis Gedaref fahren. Die Strecke ist zweispurig ohne Seitenstreifen und voll von Trucks und Bussen in Richtung Port Sudan. Die Truckfahrer sind echt sehr rücksichtsvoll und warten mit dem Überholen.
Die Busfahrer jedoch zwingen mich mehrfach in den Seitengraben, ich komme nicht nur wegen der Sonne ins Schwitzen. Überall, wo ich anhalte, um was zu trinken oder zu essen werde ich eingeladen."You are visiting our country so you are my guest". Es wird mir langsam peinlich, aber das ist die sudanesische Gastfreundschaft, von der ich schon so viel gehört habe. Leider gibt es auf der Strecke nichts zu besichtigen, so bringe ich die paar Hundert Kilometer schnell hinter mich. Von Gedaref zur äthiopischen Grenze wird es ruhiger, vom Verkehr her, aber umso heisser, was die Temperaturen betrifft. Mein Velocomputer zeigt bis 50 Grad an. Seit gut 10 Wochen habe ich nur noch Sandalen an und habe keinen Tropfen Regen mehr gespürt.

Die Landschaft wird ein wenig grüner und es tauchen die ersten Siedlungen mit Lehmstrohhütten auf. Ich übernachte in einer von diesen und bekomme das lokale Leben so hautnah mit. Es handelt sich um Sudanesen die aus Darfur hierher übersiedelt wurden und Ackerbau und Viehzucht betreiben. Echt ganz tolle und freundliche Leute. Strom gibt es keinen resp. nur in paar Hütten, wo die Besitzer einen kleinen Generatoren haben. So langsam geht es auch in die Höhe und ganz weit weg sehe ich schon die ersten Berge von Äthiopien. Nach gut 4500 Kilometern, mehr oder weniger flachen Etappen, freue ich mich schon auf ein paar Berge, auch wenn die Strassen in Äthiopien teilweise sehr schlecht sein sollen. Aufpassen muss ich nur auf die vielen Viehherden (Kühe und Schafe), die urplötzlich vor mir auf der Strasse auftauchen und stoisch ihren Weg gehen. Die letzten 20 Kilometer vor der Grenze sind noch nicht geteert und so quäle ich mich in der Hitze zur Grenzstadt Gallabat, wo ich meine letzten zwei Portionen Fuul (Bohnen) esse und dann den Zoll und die Passkontrolle suche. Es gibt hier keinen Grenzbaum, sondern im Wind flattern nur die zwei Landesfahnen und irgendwo rechts oder links in einem unscheinbaren Gebäude finden problemlos die Formalitäten statt. Die Einheimischen laufen einfach von einem zum anderen Land und kaufen dort ein, wo es am billigsten ist. Ich werde mehrfach von den Sudanesen vor den Äthiopiern gewarnt (weg dem Klauen). Solche Warnungen kenne ich schon von allen Ländern zuvor, bestätigen kann ich es nicht. Jetzt heisst es Abschied nehmen von vier arabisch-islamischen Ländern, die ich bereist habe und sich auf eine neue Mentalität von Menschen einzustellen.

Bye bye Sudan, ich habe die Zeit sehr genossen und werde den Sudan als ein sehr gastfreundliches Land in Erinnerung behalten.

Fazit: Der Sudan ist aufgrund der sehr lang anhaltenden internen Probleme noch nicht sehr touristisch aufgestellt. Er öffnet sich aber langsam und lässt alle seine Besucher die sprichwörtliche Gastfreundlichkeit spüren. Sehenswürdigkeiten gibt es nicht sehr viele und die ethnisch interessanten Stämme liegen leider alle in den Krisengebieten. Das Velofahren ist sehr angenehm, die Hauptstrassen sind in einem guten Zustand, die Nebenstrassen leider in einem so schlechten, dass stundenlanges Schieben und Schwitzen angesagt sind. Leider sind die Hotelpreise extrem hoch, die Budget-Unterkünfte sind aber teilweise in einen so schlechten Zustand, dass ich lieber im Freien übernachtet habe. Zum Essen gibt es Bohnen und Fleisch (Kebab) und dazu herrliche Fruchtsäfte.

Salaam Sudan 

 

Bilder aus dem Sudan

Die Fahrt durch den Äthiopien Teil 1

 

Die Route durch den Sudan:



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